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Zwei SFB1181 Forscher erhalten ERC Consolidator Grants

Prof. Dr. Gerhard Krönke, Professur für Translationale Immunologie (Foto: Erich Malter, ); Prof. Dr. Aline Bozec, Professur für Experimentelle Immunologie und Immuntherapie an der FAU. (Foto: Jens Wegener)JENS WEGENER

Ein erneuter Erfolg für die Forschenden des SFB 1181: Gleich zwei ERC Consolidator Grants haben sich FAU-Forschende sichern können. Prof. Dr. Gerhard Krönke und Prof. Dr. Aline Bozec, beide Lehrstuhl für Innere Medizin 3 erhalten für ihre neuesten Projekte jeweils einen der begehrten ERC Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrates (ERC).

Rheumatoide Arthritis in ihrer Entstehungsphase erforschen

Projektleiter Prof. Dr. Gerhard Krönke möchte mit seinem Grant Rheumatoide Arthritis in der Frühphase untersuchen, um so die Entwicklung neuer Therapien zu ermöglichen. Rheumatoide Arthritis zählt zu den häufigsten entzündlichen Autoimmunerkrankungen weltweit. Die Ursache hierfür ist eine Fehlfunktion des eigenen Immunsystems, durch die es zu chronischen und schmerzhaften Gelenksentzündungen sowie Gelenksdestruktion kommt. Die Krankheit ist (noch) nicht heilbar, allerdings lassen sich die schmerzhaften Symptome mittels Therapie lindern und das Voranschreiten der Krankheit verlangsamen. „Um zukünftig bessere und innovativere Therapien zu entwickeln, müssen wir Rheumatoide Arthritis in ihrer Frühphase besser verstehen“, sagt Prof. Krönke. Mit Hilfe des ERC Consolidator Grants plant er deshalb, unterschiedliche neue molekulare Analyseverfahren wie Einzelzellsequenzierung und 3D-Bildgebungsverfahren weiterzuentwickeln und zu kombinieren. Dafür stellt der Europäische Forschungsrat für die nächsten fünf Jahre zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Prof. Dr. Gerhard Krönke konnte sich im Rennen um EU-Fördermittel schon einmal durchsetzen. Der ERC bewilligte 2014 einen ERC Starting Grant in Höhe von 1,5 Millionen Euro für ein Projekt, um neue Methoden zur Untersuchung der koordinierten Phagozytose, also die Aufnahme von Partikel in eine Zelle, und der Weiterverarbeitung von Krankheitserregern und toten körpereigenen Zellen zu entwickeln. Der gebürtige Wiener Krönke hat 2002 seinen Doktor an der Medizinischen Universität Wien erworben. Als Postdoc forschte und arbeitete Dr. Gerhard Krönke dort im Anschluss am Institut für Gefäßbiologie. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der University of Virginia, Charlottesville, USA, kam Krönke an das Universitätsklinikum Erlangen. Dort war er zunächst als Assistenzarzt in der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie – tätig. Seit 2009 ist er zusätzlich als Forschungsgruppenleiter im Nikolaus-Fiebiger-Zentrum für Molekulare Medizin aktiv. Seit 2013 ist er Oberarzt an der Medizinischen Klinik 3 und hat zudem seit 2016 die Professur für Translationale Immunologie an der FAU inne und leitet die Arbeitsgruppe Translationale Immunologie an der Medizinischen Klinik 3.

Langlebige Zellen in Knochen und lokale Knochenerkrankungen

Projektleiterin Prof. Dr. Aline Bozec möchte mit ihrem Projekt neue Einblicke in den lokalen Knochenstoffwechsel ermöglichen, insbesondere wie das Osteozytensterben auf molekularer Ebene reguliert wird. Osteozyten sind langlebige Zellen innerhalb der Knochenmatrix und mit Abstand die häufigsten Zellen im Knochen. Sie steuern die mechanisch belastungsinduzierten Knochenerneuerung auf systemischer Ebene. „Wie Osteozyten absterben und wie sich dieser Vorgang auf den lokalen Knochenstoffwechsel auswirkt, ist wenig erforscht“, sagt Prof. Bozec. „Dabei sind mehrere lokale Knochenerkrankungen wie Frakturen, Osteonekrose – also das Absterben von Knochengewebe – und Arthritis durch ein verstärktes Absterben von Osteozyten und lokalem Knochenabbau gekennzeichnet.“ Mit ihrem Projekt zielt sie darauf ab, das Osteozytensterben und den molekularen Zusammenhang zwischen Osteozytensterben und der Stimulation von knochenabbauenden Zellen im Zusammenhang mit lokalen Knochenerkrankungen wie Frakturen, Osteonekrose und Arthritis zu charakterisieren. Dafür stellt der Europäische Forschungsrat für die nächsten fünf Jahre mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Aline Bozecs wissenschaftliche Laufbahn begann 2001 mit dem Abschluss ihres Masterstudiums in Biochemie in Lyon, Frankreich. Die Promotion erfolgte 2004, ebenfalls an der Universität Lyon, und wurde vom französischen Ministerium für Bildung und Forschung ausgezeichnet. Nach weiteren Forschungsstationen in Wien und Madrid, kam sie 2011 als Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiterin an die FAU und wurde auf die eigens eingerichtete Professur für Osteoimmunologie berufen. Hier war sie maßgeblich an der Einrichtung des Sonderforschungsbereichs 1181 „Schaltstellen zur Auflösung von Entzündung“ beteiligt und leitete ein Teilprojekt im DFG-Schwerpunktprogramm „Osteoimmunology“. 2016 wurde ihr der mit 20.000 Euro dotierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis verliehen. Im Jahr 2018 habilitierte sie an der FAU und hat seit 2019 die Professur für Experimentelle Immuntherapie inne.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Gerhard Krönke
Lehrstuhl für Innere Medizin 3
Tel.: 09131/85-39379
gerhard.kroenke@uk-erlangen.de

Prof. Dr. Aline Bozec
Lehrstuhl für Innere Medizin 3
Tel.: 09131/85-29002
aline.bozec@uk-erlangen.de