Einblicke in das Gelenk – Eine Membran aus Fresszellen

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Die Membran von Fresszellen (Makrophagen; rot) im Gelenk als Barriere zwischen Gewebe und Gelenkflüssigkeit. ©Medizin 3, Uniklinik Erlangen

Wissenschaftliche Erkenntnis

Mit dem modernen Verfahren der Lichtblatt–Mikroskopie und Konfokal-Mikroskopie gelang es erstmals, eine neue anatomische Struktur zu entdecken, die es in all unseren Gelenken gibt.

Diese Struktur ist eine sich ständig selbst-erneuernde Membran aus speziellen Fresszellen (Makrophagen), die die Gelenke ständig kontrollieren und wenn notwendig Gefahrenstoffe und abgestorbene Entzündungszellen abräumt. Dabei wird sogar gewährleistet, dass die Gelenkflüssigkeit zellfrei und klar bleibt. Während diese Barriere aus Makrophagen unsere Gelenke im Regelfall vor möglichen Attacken des eigenen Immunsystems schützt, versagt dieser Schutzmechanismus bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. Hierdurch wandern plötzlich fehlerhaft aktivierte Immunzellen in das Gelenk ein, welche zur Entzündung führen und die Gelenkzerstörung verursachen.

Hintergrund:
Wie schafft es der Körper, dass es in der Gelenkflüssigkeit keine Zellen gibt? Er baut eine dichte Membran, die vor der Einwanderung von Entzündungszellen in das Gelenk schützt und zugleich auch Gefahrenstoffe oder Zellen abräumen kann (Fressfunktion der Membran).

 

Publikation: Culemann S, Grüneboom A, Nicolás-Ávila JA, Weidner D, Lämmle KF, Rothe T, Quintana J, Kirchner P, Krljanac B, Eberhardt M, Ferrazzi F, Kretzschmar E, Schicht M, Fischer K, Gelse K, Faas M, Pfeifle R, Ackermann J, Pachowsky M, Renner N, Simon D, Haseloff R, Ekici A, Bäuerle T, Blasig I, Vera J, Voehringer D, Kleyer A, Paulsen F, Schett G, Hidalgo A, Krönke G. (2019) Locally renewing resident synovial macrophages provide a protective barrier for the joint. Nature. 572:670-675.