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Prof. Dr. Gerhard Krönke erhält Langener Wissenschaftspreis

Von links nach rechts: Prof. Johannes Löwer, Guido Beermann (BMG), Lutz Stroppe, Prof. Gerhard Krönke, Frieder Gebhardt, Prof. Klaus Cichutek, Manfred Pusdrowski Quelle: PEI

Am Freitag, 24. November 2017, erhielt Prof. Dr. med. Gerhard Krönke im Paul-Ehrlich-Institut den mit 15.000 Euro dotierten Langener Wissenschaftspreis.

Mit diesem Preis sind seine herausragenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet worden, die wesentlich das Wissen über Autoimmunität in der Rheumatologie, der klinischen Immunologie und Infektiologie erweitert haben. Gerhard Krönke entdeckte einen molekularen Mechanismus, der mit der ‚Mülltrennung‘ vergleichbar ist. Er brachte körpereigene Entsorgungswege, in denen körpereigene und körperfremde Zellen getrennt werden, ans Licht. Diese Forschungsarbeiten helfen, die Immuntoleranz des Körpers besser zu verstehen, was eine Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen ist.

Im Mittelpunkt der Forschung des Österreichers Gerhard Krönke steht die Frage, wie das menschliche Immunsystem zwischen „selbst“ und „fremd“ unterscheiden kann. Fehlerhafte Entscheidungen des Immunsystems können dazu führen, dass Immunzellen körpereigene Organe und Gewebe angreifen. In der Folge kann es zu Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise der rheumatoiden Arthritis kommen.

Die Arbeitsgruppe von Krönke konnte zeigen, dass unterschiedliche Subtypen von Makrophagen hier unser Abwehrsystem steuern. Makrophagen sind „Fresszellen“ des Immunsystems, die Krankheitserreger und körpereigene Zellen bzw. Zellbestandteile in sich aufnehmen (fressen) und verdauen können. In allen Organen und Geweben gibt es Gewebsmakrophagen. Es können inflammatorische (entzündliche) Makrophagen bei Entzündungsprozessen und Infektionen zusätzlich ins Gewebe einwandern. Vergleichbar mit einer „Mülltrennung“ werden in Entzündungsprozessen tote körpereigene Zellen durch Gewebsmakrophagen entsorgt, während extrazelluläre Pathogene primär durch inflammatorische Makrophagen phagozytiert und anschließend durch unser Immunsystem bekämpft werden. Auf diese Weise können Antigene aus körpereigenen Zellen und Krankheitserreger getrennt prozessiert und gefahrlos körpereigene Antigene aus abgestorbenen Zellen entsorgt werden. Dieser Mechanismus verhindert, dass das Immunsystem sich gegen körpereigene Zellen richtet und dadurch Autoimmunerkrankungen entstehen.

Beruflicher Werdegang

Von 1996 bis 2002 studierte Prof. Dr. med. Gerhard Krönke Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Im Anschluss an das Studium arbeitete Krönke bis 2004 im Rahmen eines Postgraduiertenstipendiums am Institut für Gefäßbiologie, Universität Wien und von 2004 bis 2006 am „Cardiovascular Research Centre“ der „University of Virginia“, Charlottesville, USA. 2006 ging Krönke in die Innere Medizin 3 – Rheumatologie und Immunologie der Universitätsklinik Erlangen.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Gerhard Krönke
Telefon +49 (0)9131 85 39109