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Zellenkunde II: Wenn das Immunsystem ausrastet!

Bild: UKER / Alexander Jakin

Entzündungen sind für den menschlichen Körper gefährlich, aber auch überlebenswichtig. Sie sind das Hauptanzeichen einer aktivierten Immunabwehr. Ihre Aufgabe ist es, Eindringlinge, z. B. Krankheitserreger, zu bekämpfen oder Gewebe zu reparieren. Wird die Entzündung nicht mehr benötigt, schaltet der Körper sie einfach wieder ab.

Das Immunsystem hat viele Mitspieler, die unseren Körper schützen. Jede Zelle hat spezielle Funktionen und in einem gut eingespielten Team unterscheiden sie zwischen Freund und Feind. Manchmal funktioniert die Zusammenarbeit jedoch nicht richtig und die Zellen attackieren scheinbar wahllos. Aus der präzisen Abwehrreaktion wird dann ein unberechenbarer Angriff auf den eigenen Körper! Wenn die Entzündung anhält, kann es zu einer chronisch-entzündlichen Erkrankung, wie Gicht oder rheumatoide Arthritis, kommen. Doch warum Entzündungen manchmal nicht gestoppt werden können, ist bisher noch unklar.


Neutrophil
Neutrophile Granulozyten sind Abwehrzellen, die als Erste an den Ort der Entzündung gerufen werden. Sie fressen und beseitigen die „Eindringlinge“ (Krankheitserreger oder andere Fremdkörper). Werden sie sehr stark gereizt, flippen sie auch mal aus und fangen die „Eindringlinge“ in Netzen.

 

 

 

Eosinophile

Eosinophile Granulozyten sind die Brüder der Abwehrzellen. Sie sind für die Beseitigung von parasitischen Mikroorganismen und Würmern verantwortlich, sozusagen eine Spezialeinheit der Abwehrzellen.

 

 

 

 

 

 

FibroblastenFibroblasten stellen die Baustoffe zur Bildung von neuem Gewebe her. Zusätzlich können sie jedoch auch Botenstoffe produzieren, die eine entzündungsfördernde Funktion haben.

 

 

 

 

MastzellenMastzellen sind wie Tretminen. Sie sind vollgestopft mit kleinen Bläschen, die mit Botenstoffen gefüllt sind. Mastzellen sitzen im Gewebe und warten darauf, angestoßen zu werden. Dann setzen sie eine große Menge Botenstoffe frei und heizen damit die lokale Entzündung stark an.

 

 

 

DN

Dendritische Zellen arbeiten eng mit den T-Zellen, den „Polizisten“ des Immunsystems, zusammen. Sie sind die „Späher“, die immer auf der Suche nach Eindringlingen sind und den T-Zellen berichten, sobald sie etwas gefunden haben.

 

 

Epithelzellen

Epithelzellen bilden die Wände von Oberflächen im Körper, z. B. von Blutgefäßen, und dichten diese ab. Dabei treten sie auch als „Grenzbeamte“ auf, die Blutzellen den Übertritt ins Gewebe erlauben oder verwehren.

 

 

 

 

 

ILC

Angeborene lymphoide Zellen (ILCs) sind die „New Kids on the Block“ des Immunsystems. Drei unterschiedliche Typen mit verschiedenen Fähigkeiten bilden ein Team zur Feinregulierung von Immunantworten, zur Abwehr von Krebszellen und zum Aufbau von lymphoiden Organen, wie Knochenmark oder Lymphknoten, in denen Immunreaktionen ablaufen.